Warum sich der Ökostromvergleich lohnt
Lange galt Ökostrom als teurere Gewissensentscheidung. Das hat sich verändert: Weil erneuerbare Energien mittlerweile einen Großteil des deutschen Strommixes ausmachen, sind reine Ökostromtarife in vielen Fällen preislich nicht mehr von konventionellen Tarifen zu unterscheiden — manche unterbieten sogar die teure Grundversorgung. Wer noch in der Grundversorgung steckt oder seit Jahren nicht verglichen hat, lässt hier beispielhaft mehrere hundert Euro pro Jahr liegen, unabhängig davon, ob am Ende ein Öko- oder Standardtarif gewählt wird.
Der Vergleich lohnt sich besonders:
- Direkt nach dem Einzug — meist landest du automatisch in der teuren Grundversorgung
- Bei auslaufender Preisgarantie — danach greift oft ein deutlich teurerer Folgetarif
- Nach einer Preiserhöhung — sie löst häufig ein Sonderkündigungsrecht aus
- Wenn dir Klimaschutz wichtig ist — dann lohnt sich ein genauer Blick auf die Zertifizierung
Woran du echten Ökostrom erkennst
Physikalisch kommt aus jeder Steckdose derselbe Strommix — Ökostrom bedeutet, dass der Anbieter per Herkunftsnachweis garantiert, die entsprechende Menge aus erneuerbaren Quellen eingespeist oder eingekauft zu haben. Die Qualität der Tarife unterscheidet sich aber erheblich, je nachdem, ob damit auch ein echter Zusatznutzen für den Ausbau erneuerbarer Energien verbunden ist.
| Merkmal | Worauf es hindeutet |
|---|---|
| Label „ok-power” | Strenge unabhängige Prüfung, fördert meist Neuanlagen |
| „Grüner Strom Label” | Kombiniert Ökostrom mit Investition in neue Erzeugungsanlagen |
| Reiner Herkunftsnachweis ohne Label | Häufig nur umetikettierter Bestandsstrom (z. B. aus alten Wasserkraftwerken), ohne zusätzlichen Klimanutzen |
| Regionale Erzeugung ausgewiesen | Kürzere Transportwege, oft Unterstützung lokaler Anlagen |
Ein simples „100 % erneuerbar” auf der Werbefläche sagt also wenig über die tatsächliche Klimawirkung aus. Wer echten Zusatznutzen will, achtet auf ein anerkanntes Label oder auf ausgewiesene Investitionen des Anbieters in neue Wind-, Solar- oder Wasserkraftanlagen.
Diese Stellschrauben beeinflussen deinen Ökostrompreis
Neben der Zertifizierung wirken sich einige Faktoren direkt auf den Beitrag aus: die Höhe der Preisgarantie (12 oder 24 Monate), eventuelle Vorkasse- oder Bonusmodelle sowie die Vertragslaufzeit. Kurze Laufzeiten mit monatlicher Kündigungsmöglichkeit bieten mehr Flexibilität, während längere Preisgarantien vor kurzfristigen Erhöhungen schützen. Ein Vergleich mehrerer Tarife auf Basis deines tatsächlichen Jahresverbrauchs zeigt, welche Kombination aus Preis, Laufzeit und Zertifizierung zu dir passt.
Auch die Zahlweise spielt eine Rolle: Manche Anbieter kalkulieren Vorkasse-Tarife oder Tarife mit hohem Bonus für das erste Jahr günstiger, verlangen im Folgejahr aber deutlich mehr. Prüfe deshalb nicht nur den Preis im ersten Jahr, sondern auch, wie sich der Grundpreis und der Arbeitspreis nach Ablauf der Preisgarantie voraussichtlich entwickeln. Ein realistischer Jahresverbrauch als Eingabe im Vergleich hilft dabei, Tarife zu vermeiden, bei denen eine Nachzahlung oder Gutschrift die vermeintliche Ersparnis wieder auffrisst.
Wechsel ohne Risiko: was du beachten solltest
Ein Wechsel des Stromanbieters ist in Deutschland gesetzlich abgesichert: Die Versorgung wird zu keinem Zeitpunkt unterbrochen, denn der Netzbetreiber bleibt unabhängig vom gewählten Anbieter derselbe. Solltest du innerhalb der Widerrufsfrist von 14 Tagen doch nicht wechseln wollen, kannst du den neuen Vertrag formlos widerrufen. Achte außerdem auf die Laufzeit deines aktuellen Vertrags: Ein Wechsel während einer laufenden Mindestvertragslaufzeit ist in der Regel erst zum Laufzeitende möglich, es sei denn, eine Preiserhöhung räumt dir ein Sonderkündigungsrecht ein.
So läuft der Wechsel ab
- Vergleichen: Postleitzahl und Jahresverbrauch in den Rechner eingeben — du siehst sofort passende Ökostromtarife samt Zertifizierung, sortiert nach Preis.
- Abschließen: Den neuen Tarif direkt online abschließen. Du erhältst eine Bestätigung per E-Mail.
- Zurücklehnen: Der neue Anbieter kündigt deinen alten Vertrag und stimmt den Liefertermin ab — meist ohne Versorgungsunterbrechung.
Häufige Fragen
Ist Ökostrom teurer als normaler Strom?
Nicht grundsätzlich. Viele Ökostrom-Tarife bewegen sich preislich im selben Rahmen wie konventionelle Tarife, manche liegen sogar unter der Grundversorgung. Der Aufpreis, den viele erwarten, existiert bei zahlreichen Anbietern schlicht nicht mehr — ein Vergleich lohnt sich, um das für deinen Bedarf zu prüfen.
Was ist der Unterschied zwischen Ökostrom und normalem Strom physikalisch?
Physikalisch fließt aus der Steckdose immer derselbe Strommix aus dem Netz. Der Unterschied liegt in der Herkunftsnachweisung: Bei Ökostrom garantiert der Anbieter per Zertifikat, dass er die entsprechende Menge Strom aus erneuerbaren Quellen einspeist bzw. einkauft.
Woran erkenne ich seriösen Ökostrom?
An unabhängigen Labels wie „ok-power” oder dem „Grüner Strom Label”. Sie prüfen zusätzlich, ob der Tarif einen echten Zubau neuer Anlagen fördert, statt nur bestehende Herkunftsnachweise umzuetikettieren. Ein reines „100 % erneuerbar” auf der Werbung reicht als Nachweis nicht aus.
Fördert jeder Ökostrom-Tarif neue Anlagen?
Nein. Manche Anbieter kaufen lediglich günstige Herkunftsnachweise, zum Beispiel aus norwegischen Wasserkraftwerken, ohne dass dadurch neue Kapazitäten entstehen. Tarife mit strengen Labels oder Förderzusagen für Neuanlagen bringen einen zusätzlichen Klimanutzen.
Was brauche ich für den Vergleich?
Deine Postleitzahl und deinen jährlichen Stromverbrauch in Kilowattstunden — beides findest du auf deiner letzten Stromrechnung. Damit ist der Vergleich in wenigen Minuten erledigt.
Übernimmt der neue Anbieter die Kündigung?
Ja, in der Regel kümmert sich der neue Ökostromanbieter um die Kündigung deines alten Vertrags und stimmt den Wechseltermin mit dem bisherigen Versorger ab. Du musst selbst nichts weiter tun.